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Fonds-Sparplan und Cost-Average-Effekt

Spezialbeitrag vom November 2002, aktualisiert am 07.03.2011

 

Die Themen

  Der "Cost-Average-Effekt" beim Fondssparen
  Der größte Fehler bei einem Fonds-Sparplan
  Die richtige Strategie beim Fondssparen
  Cost-Average-Effekt und Fonds-Sparplan in der Praxis
  Kompakt: So verdoppeln Sie die Rendite Ihres Fonds-Sparplans

 

Die Werbung der Finanzindustrie verspricht, dass die Anleger aufgrund des "Cost-Average-Effektes" gerade beim Fondssparen eine überdurchschnittliche Rendite erzielen. In der Praxis erleben jedoch viele Sparer das Gegenteil: Sie verbuchen Verluste mit Ihrem Fonds-Sparplan!

Der Grund dafür ist allerdings schnell gefunden. Viele Anleger und Berater haben nämlich den tatsächlichen Vorteil des "Cost-Average-Effektes" gar nicht erkannt und nutzen ihn deshalb nicht.

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Der "Cost-Average-Effekt" beim Fondssparen

Schauen wir uns zunächst an einem Beispiel an, was der "Cost-Average-Effekt" bei einem Fonds-Sparplan überhaupt bewirkt. Ein Anleger kauft ein Jahr lang jeden Monat für 300 Euro Anteile eines Aktienfonds. Der jeweilige Kaufpreis der Fondsanteile ist in der folgenden Grafik durch die Punkte markiert.

 

Der Cost-Average-Effekt beim Fonds-Sparplan

 

Der Anleger kauft also zweimal Fondsanteile für zwanzig Euro, fünfmal für zehn Euro und fünfmal für dreißig Euro. Hat er nun Geld gewonnen oder verloren?

 

Monat Sparplan-Rate Anteils-Preis Gekaufte Anteile
 
Januar 300 Euro 20 Euro 15 Anteile
Februar 300 Euro 30 Euro 10 Anteile
März 300 Euro 10 Euro 30 Anteile
April 300 Euro 30 Euro 10 Anteile
Mai 300 Euro 10 Euro 30 Anteile
Juni 300 Euro 30 Euro 10 Anteile
Juli 300 Euro 10 Euro 30 Anteile
August 300 Euro 30 Euro 10 Anteile
September 300 Euro 10 Euro 30 Anteile
Oktober 300 Euro 30 Euro 10 Anteile
November 300 Euro 10 Euro 30 Anteile
Dezember 300 Euro 30 Euro 10 Anteile
       
Investiert 3.600 Euro    
Gekauft     230 Anteile

 

Der Fondssparer hat in den zwölf Monaten 3.600 Euro investiert. Seine erworbenen 230 Fonds-Anteile haben im Dezember bei einem Anteilspreis von 20 Euro einen Wert von 4.600 Euro. Aufgrund des "Cost-Average-Effektes" hat der Anleger mit seinem Fonds-Sparplan folglich einen Gewinn von 27,8 % erzielt.

Der ganze Trick besteht darin, dass immer der gleiche Euro-Betrag investiert wird. Dadurch werden wenig teure und viele billige Fonds-Anteile gekauft. Dieser Vorteil wird "Cost-Average-Effekt" genannt.
 
Würde der Fondssparer dagegen immer die gleiche Anzahl an Fonds-Anteilen kaufen, hätte er im Dezember nichts gewonnen und nichts verloren.

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Der größte Fehler bei einem Fonds-Sparplan

Warum verlieren dann aber viele Anleger trotz des "Cost-Average-Effektes" Geld beim Fondssparen? Die Antwort ist schnell gefunden: Kaum ein Anleger unterscheidet nämlich beim Fondssparen zwischen einer Einmalanlage und einem Sparplan. Und genau das kostet viele Fondssparer ein Vermögen.

  • Bei Einmalanlagen möchte der Anleger so schnell wie möglich einen hohen Gewinn erzielen.
  • Beim Fonds-Sparplan dagegen lautet das Erfolgsrezept: So lange wie möglich so billig wie möglich Fondsanteile einkaufen!

Wer also in stetig steigende Börsen hineinspart, kauft die Fonds-Anteile immer teurer ein. Ein Einbruch zum Schluss - und das gesamte Depot liegt in den Miesen! Hinzu kommt, dass das Risiko parallel immer weiter zunimmt.
Die Börse neigt nämlich dazu, Erwartungen vorwegzunehmen und "einzupreisen". Je länger und steiler die Anteilspreise steigen, umso weiter entfernen sie sich oft von den fundamentalen Daten. Entsprechend heftig fällt die anschließende Korrektur aus. Wie katastrophal die Auswirkung bei einem Fonds-Sparplan sein kann, zeigt der folgende Chart.

 

Ein Fonds-Sparplan über 10 Jahre in einen deutschen Aktienfonds

 

Die Grafik zeigt den tatsächlichen Verlauf eines zehnjährigen (!) Sparplans (11/1992 - 10/2002) in einen deutschen Aktienfonds, der den DAX nachbildet.
Ein zwischenzeitlich hervorragendes Ergebnis (aufgrund des "Cost-Average-Effektes") wurde wegen eines klassischen Fehlers mit einem Schlag vernichtet. Aber nicht nur das: Die Fondssparer haben zehn wertvolle Jahre an Zeit unwiederbringlich verloren.

Wer bis Oktober 2002 regelmäßig in den "DAX-Fonds-Sparplan" gespart hat, erzielte je nach Laufzeit folgendes Resultat:

 

Laufzeit des Fonds-Sparplans Gewinn/Verlust
 
10 Jahre (1992-2002) - 1 %
9 Jahre (1993-2002) - 12 %
8 Jahre (1994-2002) - 19 %
7 Jahre (1995-2002) - 28 %
6 Jahre (1996-2002) - 37 %
5 Jahre (1997-2002) - 42 %
4 Jahre (1998-2002) - 44 %
3 Jahre (1999-2002) - 45 %
2 Jahre (2000-2002) - 40 %
1 Jahr (2001-2002) - 35 %
   

 

Das Ergebnis kann nur als Desaster bezeichnet werden. Das Fondssparen brachte über sämtliche Laufzeiten drastische Verluste! Dabei war es so einfach, gerade in dieser Zeit mit einem Fonds-Sparplan richtig viel Geld zu verdienen (s. unten).

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Die richtige Strategie beim Fondssparen

Wegen des "Cost-Average-Effektes" sollten beim Fondssparen Aktienfonds bevorzugt werden und der Sparplan sollte eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren haben. Mit der folgenden Strategie erhöhen Sie dann die Rendite Ihres Fonds-Sparplans erheblich:

  1. Kaufen Sie die Fondsanteile lange billig ein
    Suchen Sie sich ein Land, eine Region oder eine Branche aus, die deutlich gefallen ist (eventuell sogar noch weiter nachgeben könnte), aber langfristig Potential hat. Bei sehr hohen Sparraten verteilen Sie das Risiko auf zwei oder drei verschiedene Märkte.
  2. Legen Sie den maximalen Kaufpreis fest
    Schauen Sie sich den bisherigen Höchstkurs des gewählten Marktes an und analysieren Sie, welchen Kurs der Markt innerhalb Ihrer Laufzeit wieder erreichen könnte. Dann legen Sie den Preis des Aktienfonds fest, für den Sie maximal einkaufen wollen. Dieser Preis sollte natürlich deutlich unter dem möglichen Erholungskurs liegen.
  3. Stoppen Sie den Fonds-Sparplan am Kauf-Limit
    Sobald der von Ihnen festgelegte maximale Kaufpreis erreicht wurde, kaufen Sie keine weiteren Anteile des gewählten Fonds hinzu. Sofern sich die Rahmendaten nicht verändert haben, ruhen die bis dahin erworbenen Anteile Ihres Fonds-Sparplans im Depot und warten auf eine starke Rallye. Das kann natürlich etwas dauern. Bleiben Sie geduldig und bedenken Sie, dass sich die Kurssteigerung auf Ihr gesamtes angespartes Kapital gleichermaßen stark auswirkt.
  4. Wählen Sie einen neuen Anspar-Fonds für Ihren Sparplan aus
    Wählen Sie wie unter Punkt 1.) beschrieben einen neuen Aktienfonds aus, in den Sie weiter sparen.
  5. Verkaufen Sie die "alten" Anteile Ihres Fonds-Sparplans teuer
    Wenn Sie der Meinung sind, dass die "alten" Anteile kein großes Potential mehr besitzen oder wenn die Kurse nach einem starken Anstieg zu bröckeln beginnen, verkaufen Sie diese Anteile. Trennen Sie den Verkaufserlös von Ihrem Fonds-Sparplan und investieren Sie dieses Geld von da an wie eine Einmalanlage. Mit dieser Strategie nutzen Sie den "Cost-Average-Effekt" optimal und erzielen beim Fondssparen eine weit überdurchschnittliche Rendite.
  6. Senken Sie rechtzeitig das Risiko
    Wenn Sie die Gelder zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen, schichten Sie Ihr Vermögen nach und nach (oder nach einer starken Rallye auch komplett) in festverzinsliche Wertpapiere um. Berücksichtigen Sie, dass auch billige Märkte manchmal lange brauchen, bis sie sich erholen.

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Cost-Average-Effekt und Fonds-Sparplan in der Praxis

 

Cost-Average-Effekt und Strategie beim Fonds-Sparplan

 

Im Januar 1996 wurde ein Fonds-Sparplan gestartet. Gespart werden sollte in einen "seitwärts laufenden" Markt mit Potential. Dafür bot sich ein Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Indien an. Aufgrund des vorherigen Verlaufs und des Potenzials wurde die Anspargrenze festgelegt. Nachfolgend die Veränderungen im Fonds-Sparplan bis heute:

  • Als der Kurs des Indien-Fonds im Juli 1999 den maximalen Kaufpreis überschritt, wurden keine weiteren Anteile mehr für den Fonds-Sparplan gekauft. Die bereits erworbenen Anteile des Indien-Fonds ruhten im Depot.
  • Als neuer Markt für den Fonds-Sparplan wurde ab August 1999 ein Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Thailand gewählt. Mit diesem Fonds wurde das Ansparen fortgesetzt.
  • Im März 2000 (roter Kreis in der Grafik) wurden die Anteile des Indien-Fonds schließlich mit einem Gewinn von 214 Prozent verkauft. Der gesamte Verkaufserlös wurde vom Sparplan getrennt und in einem Geldmarktfonds geparkt. Ab Mai 2003 wurden die im Geldmarktfonds geparkten Gelder wie eine Einmalanlage im Muster-Depot investiert.
  • Im September 2003 wurden alle Anteile des Thailand-Fonds mit einem Gewinn von 28 Prozent verkauft. Der Verkaufserlös wurde vom Fonds-Sparplan getrennt und von da an ebenfalls direkt wie eine Einmalanlage im Muster-Depot investiert.
  • Ab Oktober 2003 wurde für den Sparplan ein Gold-Fonds ausgewählt. Von diesem Fonds wurden bis zum Dezember 2009 jeden Monat neue Anteile gekauft. Seitdem ruhen die Anteile, deren Wert sich bislang verdoppelt hat.
  • Ab Januar 2010 wurde das Fondssparen mit einem Aktienfonds für japanische Nebenwerte fortgesetzt. Die Anteile dieses Fonds werden noch immer regelmäßig gekauft.

Mit der beschriebenen Strategie wurde mit einem Fonds-Sparplan über einen Zeitraum von mittlerweile 15 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 34,0 % pro Jahr erzielt!
Ein solches Ergebnis ist tatsächlich möglich, wenn der Vorteil des "Cost-Average-Effektes" richtig genutzt wird.

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Kompakt: So verdoppeln Sie die Rendite Ihres Fonds-Sparplans

Wenn Sie die Rendite beim Fondssparen verdoppeln und den "Cost-Average-Effekt" richtig nutzen möchten, muss die Situation regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Entscheidend für einen weit überdurchschnittlichen Erfolg sind die folgenden drei Punkte:

  • Sparen Sie in fallende oder stagnierende Märkte, die jedoch mittel- und langfristig ein großes Potenzial haben.
  • Wechseln Sie rechtzeitig die Ansparfonds.
  • Sobald der Ansparfonds sein Ziel erreicht hat, arbeiten Sie mit diesem Guthaben wie mit einer Einmalanlage.

Eine solche Vorgehensweise nimmt natürlich ein wenig mehr Zeit in Anspruch als ein "normaler" Fonds-Sparplan. Der Aufwand macht sich allerdings wirklich bezahlt und ist angesichts der Rentenproblematik wichtiger denn je. Denn mit dieser Art des Fondssparens erwirtschaften Sie schnell einige hunderttausend Euro zusätzlich.

Gleichzeitig werden die Risiken erheblich reduziert, so dass Sie im "Notfall" jederzeit auf Ihr angespartes Kapital zurückgreifen können. So bleiben Sie mit Ihrem Fonds-Sparplan auch in Ausnahmesituationen (Familiengründung, Karriereknick, Arbeitslosigkeit, Umsatzeinbruch) immer flexibel.

 

Viel Erfolg und vielen Dank für Ihr Interesse.

 

Bitte kaufen Sie keine Wertpapiere ohne fachliche Beratung!

 

   
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